Update für Windows 10 Version 1903 macht Probleme

Das kumulative Update KB4512941 behebt um die 30 Fehler in Windows 10. Nutzer berichten allerdings über Probleme.

Das an diesem Freitag überraschend von Microsoft für Windows 10 Version 1903 freigegebene Update KB4512941 war eigentlich längst erwartet worden. Immerhin liefen seit dem 21. August Tests mit Windows Insidern, die für den sogenannten Release Preview Ring votiert hatten. Und in den letzten August-Tagen wurden mehrere Revisionen des Updates für diesen Kreis der Tester ausgerollt.

Die von Microsoft gesammelten Telemetriedaten signalisierten nun wohl, dass das Update ausreichend stabil für die allgemeine Freigabe sei – oder die Deadline ‘August 2019’ musste unbedingt eingehalten werden. Denn das Update wurde ebenfalls parallel für den bei Windows Insidern im Test befindlichen Windows 10 Entwicklungszweig 19H2 ausgegeben. Die Freigabe dieser Windows 10 Version wird für Oktober 2019 erwartet.

Das kumulative Update KB4512941 war von vielen Nutzern dringend erwartet worden, behebt es doch um die 30, teils gravierende, Bugs im Windows 10 Mai Update.

  • Nutzer, die seit Monaten auf bestimmten Systemen unter einem schwarzen Fenster bei RDP-Sitzungen litten, erhalten endlich eine Lösung und brauchen nicht mehr auf einen Workaround mit XDDM-Treibernauszuweichen.
  • Der seit der Freigabe von Windows 10 Version 1903 bei deutschen Anwendern auftretende Sandbox-Fehler 0x80070002, der die Nutzung der Funktion verhinderte, scheint endlich behoben.
  • Ein Fehler, der seit Monaten den PXE-Boot bestimmter Maschinen per Windows Deployment Services (WDS) oder SCCM verhinderte und mit einem Fehler 0xc0000001 endete, wurde behoben.
  • Auch das Startproblem bei Verwendung von MIT Kerberos in Domänenumgebungen ist laut Microsofts Supportbeitrag mit diesem Update beseitigt.
  • Weiterhin rollt Microsoft einen Fix für das mit den August-Updates verursachte Problem mit VB6, VBA und VBScript aus.

Was besonders verheißungsvoll klang: Im Supportbeitrag schreibt Microsoft, dass mit dem Update keine Probleme bekannt seien. Endlich ein fehlerfreies Update, nach den Problemen mit den Sicherheitsupdates vom 13. August?

Bereits in den Vorabversionen des Updates KB4512941, die Microsoft seit dem 21. August mit mehreren Revisionen an Insidern testete, wurde ein gravierender Bugbemängelt. Viele Tester bemerkten, dass die Desktop-Suche nicht mehr funktionierte. Das Suchfeld blieb schwarz und im Task-Manager ließ sich feststellen, dass Cortana bis zu 44 % CPU-Last erzeugt und mindesten einen CPU-Kern voll auslastet. Manche Betroffene berichteten, dass sich das Problem ’nach einer gewissen Zeit‘ gibt, wenn der Suchindex neu aufgebaut worden sei. Bei anderen Testern hielt die CPU-Last aber an.

Bald stellte sich heraus, dass eine durch die Benutzer deaktivierte Bing-Suche die Ursache für dieses Problem war. Abhilfe schafft ein Eingriff in die Registrierung, mit dem die Bing-Suche wieder freigegeben wird. Die nachfolgenden Anweisungen aus einer .reg-Datei beheben bei den meisten Nutzern das Problem:

Windows Registry Editor Version 5.00

[HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Search]
„AllowCortana“=dword:00000000
„BingSearchEnabled“=dword:00000001
„CortanaConsent“=dword:00000000

Die Anweisungen geben die Bing-Suche frei, deaktivieren aber Cortana. Nach einem Neustart sollte die Suche funktionieren und Cortana abgeschaltet sein. Die hohe CPU-Auslastung ist damit auch weg.

Eine weitere Analyse ergab, dass Scripte im Cortana Cache-Ordner die hohe CPU-Belastung verursachen. In diesem Blog-Beitrag wird ein weiterer Workaround beschrieben. Dieser besteht darin, den Cortana-Cache vor der Installation des Updates zu sichern und im Anschluss zurück zu kopieren. Ein Problem ist aber, dass diese Lösung durch eine Systemdateiprüfung mittels sfc /scannow ‘kaputt repariert wird’. Auf reddit.com hat ein Benutzer zudem inzwischen ein Script veröffentlicht, das die kaputte Suche und die Cortana-CPU-Auslastung beheben soll.

Unklar ist, ob das Cortana-/Such-Problem durch Update KB4512941 erst breiter sichtbar wurde. Denn dem Autor liegen Benutzerrückmeldungen vor, dass bereits die August-2019-Updates die Suche beschädigen und eine hohe CPU-Last durch Cortana verursachen. Wie es ausschaut, muss Microsoft also diesbezüglich nochmals nachbessern, die Arbeit geht den Entwicklern auch im September nicht aus. (emw)

Quelle: heise.de